Das Schwein, das Caruso so liebt.
The DaVinci Code (Ron Howard, USA 2006)
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Als eingefleischter Idealist müsste man sich fragen: "Warum zur Hölle will irgendein Künstler so einen Film drehen?" Der Realist in mir kennt die einsilbige Antwort: Geld.

Ich stelle mich mal eben auf die Seite meines Idealisten, für den "einen Film drehen" irgendwie noch mit dem Begriff der "Selbstverwirklichung" verbunden ist. Und, ja, ihm muss es irgendwie grausen, wenn man solch gnadenlos uninspirierte Zurschaustellung makellosen Handwerks über sich ergehen lassen muss. Mr. Howard hat mit seiner "Verfilmung" des DAVINCI CODEs den Begriff ziemlich Lügen gestraft: verfilmen, da erwarte ich eine Übertragung vom einen Medium (Buch) in ein anderes (Film), ein wenig Interpretation der Vorlage vielleicht sogar, zumindest aber Ideen, wie man schriftstellerische Stilmittel durch filmische ersetzen könnte. Stattdessen: teurer (und, zugegeben, verdammt guter) Cast, rennt durch die Landschaft und spielt das Buch nach, die Kamera stets dabei. Und dann noch diese netten Spielereien, wie irgendwelche historischen Rückblendlein in die aktuelle Szenerie mit verwaschenen Überblende-Effekten eingewoben werden: ich bin sicher, man findet irgendwo eine Pressestimme oder gar ein Interviewzitat eines der Macher, wo das als bahnbrechend grandiose Idee gefeiert wird (obwohl ganz nett: als einzige filmische Spielerei doch etwas dürftig). Harry Potter 1, 2 und 4 haben gezeigt, wie scheiße es ist, ein Buch einfach mal so mit der Kamera zu schreiben. Teil 3 dagegen hat - trotz der banalen Vorlage - toll bewiesen, dass es auch anders geht, Cuaron hatte Ideen, das Buch zu straffen und tatsächlich einen Film daraus zu machen, dessen Existenz man auch noch glauben würde, wenn es kein Buch dazu gäbe. Ron Howard macht das nicht. DAVINCI CODE wäre ohne die Buchvorlage nie gedreht worden (das ist soweit logisch), und vor allem hätte er ohne sie auch überhaupt keine Legitimation. Diese Filme existieren NUR, um faulen Leuten das Lesen zu ersparen (ich habe das Buch nicht gelesen, Mission erfüllt, sozusagen), aber nicht, um eine Geschichte (diese Geschichte) in einem Film zu erzählen.

Abgesehen davon, und das hasse ich vielleicht am Meisten: in DAVINCI CODE stimmt alles. Man kann ihm einfach nichts vorwerfen, keine Längen, keine handwerklichen Patzer, nichts. Und er funktioniert: als spannender Reißer zuerst, und gegen Ende als pathetischer Reißer, und all das noch nett mit Patina versehen, wie ein Ölgemälde von DaVinci eben.

Und dann gibt es noch Audrey Tautou, die wohl beste Besetzung die man sich für diese oder auch jede andere Rolle einer rundum bemerkenswerten und bemerkenswert hübschen Frau vorstellen kann. Der einzige Grund, warum ich mich nicht um die zwei Stunden meines Lebens betrogen gefühlt habe. Denn gut unterhalten kann ich mich auch ohne Kino.
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Airplane! (Jim Abrahams, David Zucker, Jerry Zucker, USA 1980)
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Mal wieder angeschaut, im fröhlichen Freundeskreis. Beschlossen, in naher Zukunft "Nackte Kanone" und "Hot Shots" nachzulegen. Zu dumm, dass diese Art Komödie tot zu sein scheint, das macht doch deutlich mehr Spaß als die heutigen, wesentlich pubertäreren Variationen.

PS: Ich hab endlich gecheckt, warum sich Ted Striker immer irgendwelche Drinks ins Gesicht schüttet. Und ich mags, wie manche Witze auf deutsch zwar nicht funktionieren, sie sie aber einfach trotzdem übersetzen, was so mancher Absurdität eine kleine Krone aufsetzt.
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